Reformationsroute

Auf Spuren der Reformation

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Sein berühmter Thesenanschlag an die Tür der Wittenberger Schlosskirche gilt als Beginn der Reformation ‒ eine Bewegung, die nicht nur die kirchliche Welt veränderte, sondern auch das Machtgefüge in ganz Europa.

Die 212 Kilometer lange Reformationsroute führt Sie auf Ihrer Reise durch das Schlösserland an historische Orte wie Rochlitz, Colditz und Torgau, nimmt Sie mit zu den altehrwürdigen Mauern des Klosters Nimbschen in Grimma und entführt Sie zur »Krone des Erzgebirges«, dem Schloss Augustusburg bei Chemnitz.

1. Station: Schloss Rochlitz

Ihre Reise beginnt im majestätischen Schloss Rochlitz, hoch über der Zwickauer Mulde. Seine über 1.000 Jahre alten Mauern können viele Geschichten erzählen: Eine von ihnen ist die der Elisabeth von Rochlitz, Witwe des Erbprinzen Johann von Sachsen. Seit Beginn der Reformation war die Prinzessin große Anhängerin der Ideen Luthers und tat ihr Bestes, um die reformatorischen Lehren in Rochlitz und Kriebstein zu fördern. Sie schreckte nicht einmal davor zurück, sich damit gegen ihren mächtigen Schwiegervater, Kurfürst Georg zu stellen.

Über die wichtige Rolle Elisabeths erfahren Besucher in der Ausstellung »FETT, EINÄUGIG, REVOLUTIONÄR – Drei Wettiner für tausend Geschichten« auf Schloss Rochlitz mehr.

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2. Station: Schloss Colditz

Nur elf Kilometer von Schloss Rochlitz entfernt, besticht Schloss Colditz mit seinen weißen Giebeln und einer reinen Baukunst aus dem 16. Jahrhundert. Friedrich III., unter dessen Herrschaft Schloss Colditz seine Blütezeit erlebte, ließ es um 1520 zu einem Jagdschloss im Renaissance-Stil umbauen. Eine Zeit lang arbeitete sogar der deutsche  Kunststar des Mittelalters, Lucas Cranach der Ältere, auf Schloss Rochlitz für Friedrich.

Über die Jahrhunderte hinweg hat sich Schloss Colditz trotz zahlreicher Besitzwechsel sehr gut erhalten. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wird es derzeit restauriert.

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3. Station: Kloster Nimbschen

Verlässt man Colditz in Richtung Norden, kommt man nach lediglich 13 Kilometern zu den Ruinen des Kloster Nimbschen. Das im 13. Jahrhundert gegründete Kloster beherbergte zu Zeiten der Reformation etwa 40 Nonnen. Eine von ihnen war Katharina von Bora, Martin Luthers spätere Frau. Als die Lehren der Reformatoren die Klostermauern erreichten, wurde Katharina von Bora zu einer ihrer feurigsten Verfechterinnen. Zusammen mit einigen ihrer Ordensschwestern verließ sie kurz darauf das Kloster und floh nach Wittenberg.

Heute findet sich neben den Ruinen des Klosters das Hotel Kloster Nimbschen, in dem man sich beim »Nimbschener Luthermenü« zumindest kulinarisch in alte Zeiten versetzen lassen kann.

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4. Station: Schloss Hartenfels

Die Reise geht 56 Kilometer weiter in den Norden Sachsens zum kurfürstlichen Schloss Hartenfels. Der in Torgau gelegene Prachtbau wurde im 15. Jahrhundert zur Hauptresidenz von Friedrich III.  Friedrich, auch »der Weise« genannt, war übrigens jener Kurfürst, der Martin Luther nach seiner Exkommunikation freies Geleit auf die Wartburg gewährte und ihm dort ein Versteck anbot. Auch Luthers Frau Katharina von Bora fand in Friedrichs Mauern Schutz, als sie Zuflucht vor dem Schmalkaldischen Krieg suchte.

Heute können Besucher auf dem Torgauer Museumspfad Katharina von Boras Spuren in der Stadt nachverfolgen. Der Pfad führt sie dann unter anderem von Schloss Hartenfels zur Katharina-Luther-Stube und zur Marienkirche, den Orten an denen Katharina von Bora starb und begraben liegt.

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5. Station: Schloss Augustusburg

Die letzte Station und auch das Ziel der Reformationsroute ist Schloss Augustusburg, das den majestätischen Beinamen »Krone des Erzgebirges« trägt. Der 400 Jahre alte Schlossbau hieß während der Reformation noch Burg Schellenberg und wurde in den Jahren 1546 und 1547 zum einem der Schauplätze im Schmalkaldischen Krieg.

Spuren der Reformation sind noch heute im Inneren des Schlosses zu finden. Zum Beispiel in Form eines Altarbildes, gemalt vom Reformationskünstler schlechthin: Lucas Cranach dem Jüngeren. 

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Die Reformationsroute im Überblick


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