Benno in Fakten

Die wichtigsten Begriffe aus dem Wirken Bennos von Meißen

Albrechtsburg

Die Albrechtsburg Meissen gilt als Deutschlands ältester Schlossbau. 1471 vom Baumeister Arnold von Westphalen mit damals wie heute faszinierenden Ideen und Lösungen errichtet, steht sie noch heute mit dem Meißner Dom auf dem zentralen Burgberg in Meißen an der Elbe. Die Albrechtsburg Meissen präsentiert »Ein Schatz nicht von Gold«, die deutschlandweit erste groß angelegte Ausstellung über das Leben und Wirken des Bischofs von Meißen. Am 12. Mai 2017 öffnet die erste Schlossanlage Deutschlands ihre Pforten für Besucher dieser Ausstellung und erzählt ihnen auf dem authentischen Burgberg eine Geschichte von Glanz, Glaube und Macht.

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Anfangsjahre

Historiker schätzen, dass Bischof Benno um 1010 in der Nähe von Hildesheim als Sohn eines Grafen zur Welt kam. Belege hierfür gibt es keine. Mit zirka 20 Jahren trat Benno in den Klerus ein und wurde unter Heinrich IV. 1062 Kapellan und Kanoniker des Kollegiatsstifts St. Simon und Judas an der kaiserlichen Pfalzkapelle Goslar. Nur vier Jahre später weihte ihn Heinrich IV. schließlich zum zehnten Bischof von Meißen.

Attribute

Die Symbole oder Attribute des Heiligen Bennos sind ein Fisch und ein Kirchenschlüssel. An diesen Gegenständen kann man Benno auf Abbildungen oder Darstellungen stets erkennen. Fisch und Schlüssel gehen auf eine Legende zurück, nach der Benno den Domschlüssel nach seiner Absetzung in die Elbe warf. Jahre später kehrte er zurück und durfte wieder in den Dom einziehen. Bei einer Rast in einem Gasthof aß er einen Fisch und fand in diesem – den Schlüssel, den er einst selbst in die Elbe warf.

Bauernregel

Auf den Heiligen Benno geht eine Bauernregel zurück, diese besagt: »Wer auf St. Benno baut, kriegt viel Flachs und Kraut.«

Burg Stolpen

Bevor Bennos Gebeine nach München überführt wurden, mussten sie auf der Burg Stolpen und anschließend in Wurzen vor wütenden Protestanten in Sicherheit gebracht werden. Diese hatten 1539 Bennos Grab aufgebrochen und geplant, seine Gebeine zu vernichten. Insgesamt wurden die Reliquien Bennos zusammen mit seinen bischöflichen Insignien (Stab und Mitra) 20 Jahre auf Burg Stolpen aufbewahrt (1539-1559).

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Dom zu Meissen

Der Dom zu Meissen war für Benno nach seiner Ernennung zum Bischof nicht nur seine Arbeits- und Wirkungsstätte, sondern sein Zuhause. Nach seiner Enthebung aus dem Bischofsamt verließ er den Dom schweren Herzens und wollte keinen anderen an seiner Stelle sehen. Nach seiner Rückkehr ins Bistum blieb er bis an sein Lebensende in Meißen. Hier fand später seine Beisetzung statt.

Doch die Reformation änderte alles. Der Meißner Dom beherbergte nun eine protestantische Gemeinde, das Grab Bennos geriet in Gefahr. Bald brachen Anhänger der Reformation sein Grab auf, die Gebeine in der Elbe zu versenken. Vermutlich wurde der Plan zuvor öffentlich, sodass Bennos Reliquien rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten.

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Ehre

Bereits im 13. Jahrhundert begann die Verehrung des Bischofs von Meißen. Damals ließ Bischof Withigo I. die Gebeine Bennos auf Altarhöhe erheben und schuf damit eine erste Pilgerstätte. Die Popularität Bischof Bennos ist heute noch zu erkennen. Für folgende Institutionen steht Benno als Leitbild:

  • Katholischer Buch- und Zeitschriftenverlag aus Leipzig „St. Benno Verlag“
  • St. Benno Stift in Dresden
  • zahlreiche Schulen
  • Kindergärten
  • Pfarreien
  • Krankenhäuser in Deutschland
  • Sekt- und Weinhersteller

Frauenkirche

Die Benno-Reliquien waren zunächst im Besitz der Wittelsbacher Herzöge. Sie befanden sich deshalb seit 1576 in deren Residenz (Neuveste). 1580 wurden Bennos Reliquien dann feierlich in die Münchner Frauenkirche übertragen, wo sie bis heute verehrt werden.

Gedenktag

Die Beliebtheit Bennos hält bis heute an. Zu seinen Ehren wird zum Beispiel jährlich am 16. Juni der Sankt Benno Tag gefeiert. Für das Bistum Dresden-Meißen sowie das Erzbistum München und Freising ist es sogar ein gebotener Feiertag.

Gefangenschaft

Als Benno sich weigerte, die Truppen von Heinrich IV. gegen aufständische Sachsen zu unterstützen, wurde er auf Befehl des Königs 1075 wegen Hochverrats für einige Zeit ins Gefängnis gesteckt.

Heiliger

Benno von Meißen ist der erste und einzige Heilige Sachsens.

Heiligsprechung

Am 31. Mai 1523 wurde Benno von Papst Hadrian VI. heiliggesprochen. Der Heiligsprechungsprozess dauerte insgesamt 25 Jahre.

Investiturstreit

Der Begriff Investiturstreit beschreibt einen fast ein Jahrhundert andauernden Machtkampf  im mittelalterlichen Europa, der sich zwischen kirchlicher und weltlicher Macht abspielte. Hauptstreitfaktor war die Frage, wer die Befugnis hatte, Bischöfe und Äbte auszuwählen und in ihr Amt zu berufen. Der Klerus störte sich in erster Linie an der bis dahin gängigen Praxis, dass Könige dazu berechtigt waren, jeden Laien, den sie für amtsfähig hielten, in ein geistliches Amt zu erheben.

Konflikte

Ungewollt geriet Bischof Benno in einen Streit zwischen dem deutschen König Heinrich IV. und dem damaligen Papst Gregor VII. Dem Streit der beiden lag die Uneinigkeit in der Investitur-Frage zugrunde. Als Reichsfürst war Benno Heinrich IV. zur Treue verpflichtet, als Bischof dem Papst.

Als sich Benno weigerte, den König bei seinen militärischen Feldzügen zu unterstützen, beschuldigte ihn dieser des Hochverrats und lies ihn 1075 verhaften. Zwei Jahre später war er wieder frei und setzte sich mit anderen Bischöfen für die Wahl eines Gegenkönigs ein. Daraufhin lies ihn Heinrich 1085 als Bischof von Meißen absetzen, sodass Benno den Dom verlassen musste. Erst als Benno sich bereit erklärte, den vom König aufgestellten Gegenpapst und damit Heinrich zu unterstützen, durfte er 1088 nach Meißen zurückkehren.

Legende

Um den Heiligen Bischof von Meißen gibt es zahlreiche Legenden. Die wohl bekannteste handelt davon, dass Benno, als er den Dom zu Meissen aufgrund von Streitigkeiten mit dem König verlassen musste, diesen abschloss und den Schlüssel in die Elbe warf. Diese Geste war nicht nur als Protest gemeint, sondern auch als Signal an seinen Nachfolger, dem er den Amtseintritt so schwer wie möglich gestalten wollte.

Drei Jahre später waren Bennos Streitigkeiten mit König Heinrich IV. beigelegt und der Bischof durfte nach Meißen zurückkehren. Seinen Rückweg trat der Bischof in einfacher Pilgerkleidung an und machte kurz vor den Stadtmauern Rast in einem Gasthof. Dort wurde ihm ein Fisch serviert, den man am gleichen Tag in der Elbe gefangen hatte. Als Benno diesen zu essen begann, fand er im Bauch des Fisches den Domschlüssel, den er einst selbst in die Elbe geworfen hatte. Da erkannten ihn die anwesenden Leute als den wahren Bischof von Meißen und begleiteten ihn in den Dom zurück. 

Martin Luther

Obwohl Benno von Meißen zur Zeit der Reformation bereits rund 450 Jahre tot war, schaffte es der Bischof dennoch, die Aufmerksamkeit des Reformators Martin Luther auf sich zu ziehen und vor allem seinen Zorn zu erregen. Grund dafür war die Heiligsprechung Bennos im Mai 1523 und die für das Folgejahr geplante Erhebung seiner Gebeine.

Luther, der strikt gegen Heilige und ihre Verehrung war, verfasste nach Bekanntwerden der Heiligsprechung sogar die Streitschrift »Wider den neuen Abgott und den alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden«. Diese verbreitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Land und sorgte dafür, dass Benno von Meißens Heiligsprechung zu der kontroversesten ihrer Zeit wurde.

Mitra

Bennos Bischofshut, die Mitra, wird noch heute in der Dresdener Hofkirche aufbewahrt und kann dort besichtigt werden.

Namensbedeutung

Im Altdeutschen bedeutet Bennos Name so viel wie »Der Bärenstarke«, im Lateinischen der »Gesegnete«.

Patron

Benno von Meißen gilt als Patron der Fischer und Tuchmacher, des Bistums von Dresden-Meißen sowie als Stadtpatron von München. Er ist außerdem Landesheiliger von Bayern und Apostel der Sorben.

Rippe

Etwa 150 Jahre nach der Umbettung von Bennos Gebeinen von Wurzen nach München, erhielt die Dresdner Hofkirche eine Rippe des Heiligen Benno als Geschenk. Die Reliquie kann noch heute dort besichtigt werden.

Rom

Bischof Benno wurde nicht nur im deutschsprachigen Raum verehrt. Seine Popularität reichte bis nach Rom, wo sich die Bruderschaft Santa Maria dell‘ Anima ebenfalls stark für Bennos Heiligsprechung einsetzte.

Sorben

Überlieferungen zufolge soll sich Benno zeitlebens sehr um die Christianisierung der slawischen Sorben bemüht haben. Angeblich hatte ihm der Papst hierfür sogar eine besondere Vollmacht erteilt.

Verbannung

Benno wurde 1085 vom deutschen König und späteren Kaiser Heinrich IV. als Bischof von Meißen abgesetzt und musste das Bistum daraufhin verlassen. Der verbannte Bischof machte sich daraufhin auf den Weg nach Rom, um beim Gegenpapst Clemens III. seine Wiedereinsetzung durchzusetzen. 

Wunder

Einige der Wundertaten, die Bischof Benno nachgesagt werden, besagen, dass er unter anderem in der Lage war, über Wasser zu gehen und Wasser in Wein zu verwandeln. Einmal soll er den Markgrafen, der seine Untertanen sehr schlecht behandelte, zur Rede gestellt haben. Dieser ohrfeigte ihn daraufhin aus Wut. Bischof Benno tat nichts weiter als dem Markgrafen zu prophezeien, dass er seine Strafe dafür in genau einem Jahr erhalten würde. Genau ein Jahr darauf war der Markgraf tot.